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DefiUniverse

Altcoin-Korrektur erreicht Zielzonen, Boden aber noch nicht bestätigt

Analyse der nächtlichen Abverkaufsbewegung bei Altcoins wie Sui, Solana, XRP und AVAX: welche Zielzonen erreicht wurden, welche Elliott-Count-Zählungen gelten und welche Marken für einen Boden entscheidend sind.

8 Min. Lesezeit

Die nächtliche Altcoin-Korrektur hat mehrere Zielzonen erreicht, doch ein bestätigter Boden steht bei den meisten Projekten noch aus; überwiegend befinden sich die Coins in einer Welle 4 oder Welle 2, sodass nach der Aufladung noch ein letzter impulsiver Anstieg erwartet wird. Sui berührte die Oberkante seiner Zielzone bei 0,98 US-Dollar (Tief: 0,97), wobei je nach Market Maker Kursunterschiede bis drei Prozent dazu führen können, dass Limit-Orders nicht gefüllt wurden; eine Rückkehr in die Zone wird erwartet, und das Szenario einer intakten 1-2-Struktur ist nach dem Flushout wieder wahrscheinlicher. Solana ist tiefer in seine Zielzone abverkauft, XRP sitzt wieder über dem 50er-Retracement, wobei dort mindestens das 61,8er bis 78,6er-Retracement erwartet wird; AVAX zeigt Kaufreaktionen zwischen 10,10 und 9,51 US-Dollar, darf aber das Terrain der Welle 1 nicht schneiden. Bei Fetch AI entscheidet das 50er-Retracement über die Zählung — bei Scheitern müsste die gesamte Aufwärtsbewegung ab Welle 1 mit 50 bis 78,6 % Tiefe korrigiert werden —, während Render als stärkster Chart erst über 2,58 US-Dollar das Alternativszenario entkräften würde. Ab Dienstag bringt der CPI-Datenbericht (14:30 Uhr) potenziell hohe Volatility, gefolgt von weiteren Inflationsdaten, Retail Sales und Unemployment Claims am Donnerstag sowie einer Powell-Rede am Freitag.

Die nächtliche Abverkaufskaskade bei den Altcoins hat mehrere Zielzonen erreicht oder zumindest berührt. Übergeordnet bleibt die Lesart: Die meisten Coins befinden sich mitten in einer korrektiven Struktur — überwiegend in einer Welle 4 oder Welle 2 — und benötigen nach dieser Aufladung noch einen letzten impulsiven Anstieg. Ein Boden ist bei den meisten Projekten noch nicht bestätigt, im Gegenteil: Bei mehreren Charts ist mit einem weiteren Zwischentief zu rechnen.

Sui: Zielzone nachts erreicht — aber nicht jeder ist im Trade

Für Sui ging um 2:56 Uhr eine Handelssignal-Nachricht raus, weil der Preis die Oberkante der Zielzone erreicht hatte. Das Signal wurde automatisch von der API-Anbindung getriggert, sobald der Kurs die vordefinierte Koordinate erreichte — der Tief lag in dieser Nacht bei 0,97 US-Dollar, die Oberkante der Zielzone war auf dem Binance-Chart bei 0,98 US-Dollar angesetzt, also einen Cent darüber.

Sui-Kursverlauf der Nacht mit Zielzone 0,97–0,98 US-Dollar und Trigger-Zeitpunkt

Daraus ergibt sich ein praktisches Problem: Je nachdem, bei welchem Market Maker man handelt (Coinbase, Binance, Kraken oder anderen), können Kursunterschiede von bis zu drei Prozent auftreten, weil der Market Maker die Preise für den Broker stellt. Wer seine Order mit einem Limit knapp unterhalb der Oberkante platziert hat, könnte den Einstieg verpasst haben, wenn der Kurs am eigenen Handelsplatz nicht tief genug kam. Es ist daher gut möglich, dass viele Anleger nicht in der Position sind. Das ist nicht dramatisch, denn der Kurs sollte noch einmal tiefer in die Zone zurückkehren. Die nächtlichen Kaufreaktionen waren vermutlich Limit-Orders, die im Markt lagen — der Markt läuft bereits wieder ab. Nach der vorangegangenen Aufwärtsreaktion bestand die Sorge, dass das Hoch bereits die Welle 3 war und direkt eine Welle 4 folgt. Nach dem nächtlichen Flushout ist das Szenario einer intakten 1-2-Struktur wieder deutlich wahrscheinlicher, da sich der Markt korrektiv aufladen muss.

Solana und XRP: Zielzonen klar erreicht

Bei Solana sieht die Lage eindeutiger aus: Der Kurs ist tiefer in die Zielzone abverkauft worden, nicht nur an die Oberkante herangetippt. Wer einsteigen wollte, sollte drin sein; manuelle Zukäufe sind weiterhin möglich. Die Analyse bleibt unverändert: In der laufenden Welle 4 wird eine A-B-C-Korrektur mit einer Übertreibung in der C-Welle gebaut, die als 1-2-3-4-5 bereits ihr Ende gefunden haben könnte. Ein erstes Stärkesignal wäre ein starker Handelstag, bei dem der Kurs auf dem 15-Minuten-Chart über die letzten lokalen Hochs hinausläuft. Bis dahin kann der Bereich in der Welle-4-Annahme auch noch voll ausgereizt werden — analog zu den anderen Altcoins ist ein Tacken tiefer wahrscheinlich.

XRP hat sich ein neues Zwischentief gegönnt und dann wieder reagiert. Der Kurs sitzt wieder über dem 50er-Retracement und ist damit im profitablen Bereich. Auch hier wird erwartet, dass der Kurs noch tiefer in die Zone läuft und sich mindestens das 61,8er, wenn nicht sogar das 78,6er-Retracement holt. Es bleibt also Zeit, sich auf der Kaufseite zu positionieren.

AVAX, H-Bar und Polygon: Struktur mit Fragezeichen

AVAX ist plangemäß tiefer abverkauft und zeigt durchgehend Kaufreaktionen zwischen dem 38,2er- und dem 50er-Retracement, also zwischen 10,10 und 9,51 US-Dollar. Auch hier ist ein neues Zwischentief wahrscheinlich, eventuell bis an das 50er-Retracement bei 9,51. Entscheidend ist, dass der Preis das Terrain der Welle 1 im nächsten Schritt nicht schneidet — darunter würde es deutlich düsterer. Die Struktur selbst sieht weiterhin gut aus.

H-Bar ist deutlich tiefer zurückgekommen und befindet sich im Zielbereich. Die Struktur des Abverkaufs vom Top gefällt allerdings im Vergleich zu den anderen Altcoins nicht: Der Abverkauf war sehr impulsiv, prozentual hat der Kurs bereits rund 35 % abgegeben. Dadurch könnte die Zielzone scheitern. Befindet sich der Kurs dennoch im Welle-1-2-Szenario, ergibt sich daraus die Möglichkeit eines impulsiven Anstiegs — dann muss der Kurs in diesem Bereich drehen und sich nach oben präsentieren.

Polygon gehörte vorbörslich zu den stärkeren Altcoins und hat in den letzten Stunden noch einmal Gas gegeben, fast bis an ein neues Zwischenhoch. Mit der letzten 4-Stunden-Kerze kam es dann wieder zu einem Abverkauf. Das Konstrukt ist angeschlagen — was aber zur aktuellen Lesart passt: In der Welle-2-Bewegung wird eine Korrektur der 50er-, 61,8er- und 78,6er-Retracements erwartet, als A-B-C oder W-X-Y-Flat, aus der der Kurs dann reagieren sollte. Ein weiteres Stück nach unten ist ausdrücklich erwünscht.

Chainlink war einer der stärkeren Coins in der heutigen Erholungsphase und hat prozentual 7,51 % nach oben gedreht; aktuell läuft die Zwischenkorrektur. Strukturell herrscht Uneinigkeit in der Zählung, kurzfristig bleibt die Richtung bärisch. Im Bereich von 11,39 bis 8,88 US-Dollar zeichnet sich eine interessante Kaufgelegenheit ab.

Bei Fetch AI wurde das 50er-Retracement punktgenau erreicht — damit ist der Boden in der Welle 4 eingeräumt. Scheitert das 50er-Retracement, muss die Zählung umgebaut werden: Der bärische Count wäre dann als erster fünfteiliger Impuls fertig, und die gesamte Aufwärtsbewegung würde korrigiert — beginnend bei der Welle 1 statt nur bei der Welle 3, mit mindestens 50 % bis 78,6 % Tiefe. Der Kurs verteidigt das Niveau bisher, bleibt abzuwarten.

Render ist weiterhin der stärkste Chart, kommt aber in der 4-Stunden-Kerze zurück, und kurzfristig sieht das Konstrukt bereits dreiteilig aus. Die Aufwärtsbewegung mit neuem Zwischenhoch war sehr überlappend, was für eine B-Welle spricht — demnach wäre die A dreiteilig gewesen, mit einer überschießenden B, und der Kurs läuft noch immer in der Welle 4. Für einen Umbau der Zählung braucht es einen Bruch des wichtigen Widerstandsbereichs bei 2,58 US-Dollar. Erst darüber wäre das Alternativszenario hinfällig; bis dahin ist der Boden in der Welle 4 bereits eingeordnet.

Tau, SLP, Mana, Cardano und Kronos: Randnotizen mit klaren Marken

Tau ist angeschlagen. Hat der Kurs den Boden in der Welle 2, ergibt sich zwingend eine 1-2-1-2-Struktur — der Kurs lädt sich korrektiv auf, bevor er zündet. In dem Fall wird ein Breakout über 416 US-Dollar erwartet, andernfalls greift die Alternative nach unten.

SLP bietet als einzige Möglichkeit ein impulsives Durchzählen über eine Diagonalbewegung: eine 1-2-3-4-5, gefolgt von einer Zwischenkorrektur vor der lethargischen, seitwärts laufenden Akkumulationsphase, mit einem Kursziel von 50 % bis 78,6 %. Die Korrektur ist im Gange; scheitert sie, ist ein neues Zyklustief relativ klar.

Mana dümpelt seitwärts, die Struktur ist stark überlappend und nach unten gerichtet — was für einen potenziellen Bullenmarkt sogar günstig ist, da kein bärischer Impuls nötig wäre. Der Kurs ist bereits unter das 50er-Retracement gelaufen. Hält er das Niveau nicht, folgt die Lesart einer 1-2-Struktur, was super-bullish wäre. Primär bleibt aber weiterhin mit einem neuen Zyklustief zu rechnen; die letzten Tage wären dann nur eine Bärenmarkt-Rallye.

Cardano ist auf dem richtigen Weg, die kurzfristige Struktur ist derzeit aber unklar — die Welle 4 könnte drin sein oder auch nicht. Das Level um 19 Cent bleibt für die kurzfristige 60er-Projektion relevant. Übergeordnet bleibt die Bewertung für diese B-Welle bärisch, ein Urteil ist derzeit noch zu früh.

Kronos schließlich: Das Alternativszenario wird zunehmend unwahrscheinlich, die Struktur mit 1-2-1-2-3-4-5 für die Welle 3 gefällt. Jetzt darf eine Zwischenkorrektur mit Abverkauf folgen, bevor der nächste Impuls startet.

Die Woche als Ganzes: Volatility ab Dienstag

Der aktuelle Tag dürfte ruhig verlaufen. Ab Dienstag, 14:30 Uhr deutscher Zeit, bringt der CPI-Datenbericht potenziell ordentliche Volatility in den Markt. Am Donnerstag folgen weitere Inflationsdaten plus Retail Sales und Unemployment Claims, am Freitag eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell. Insgesamt steht damit eine sehr volatile Mitte-Oktoberwoche an, in der sich klären wird, ob die Zielzonen planmäßig noch tiefer angelaufen werden oder ob die Korrektur bereits ihr Ende gefunden hat.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar.